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Kann Diesel schlecht werden & ablaufen? – Aufklärung

Kann Diesel schlecht werden & ablaufen

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Diesel eine sehr lange Haltbarkeit aufweist. Für Firmen, die im Rahmen der Notvallversorgung für die Lagerung und den Verbrauch durch den Endkunden zuständig sind, beträgt die Lagerung etwa zehn Jahre, wichtig ist hierfür jedoch die Ordnungsgemäße Lagerung.

Luftzufuhr führt zu Problemen

Eines der größten Probleme von Diesel ist Luft. Wenn Diesel mit Sauerstoff in Berührung kommt, geschieht die sogenannte Oxidation, durch diese wird Diesel in kurzkettige Fettsäuren ersetzt. Diese Fettsäuren wiederum sind für den Motor und das Einspritzsystem gefährlich, bei der Verwendung können sie zu irreparablen Schäden führen. Genau wie Benzin ist es für Diesel daher essenziell, dass dieser ohne Luftzufuhr in einem luftdichten Behälter gelagert wird, der Kontakt mit Sauerstoff und Wasser ist aufs dringlichste zu vermeiden. Dies gilt jedoch nicht für den Diesel, der sich bereits im Autotank befindet. Hier sinkt zwar die Oktanzahl im Laufe der Zeit, jedoch sollte dieser schnell genug verbraucht werden um keine Probleme zu verursachen.

Kalte Temperaturen sind schädlich

Ein weiteres Problemfeld von Diesel stellen hohe Temperaturschwankungen dar, diese verschlechtern die Qualität des Treibstoffs erheblich. Vereinfacht gesagt liegen dem Diesel wärmere Temperaturen eher, hierfür sorgt der Inhaltsstoff „Paraffin“, der bei niedrigeren Temperaturen zur Bildung von Flocken neigt. Betroffen sind hier vor allem die Filter, die in starken Fällen zum Teil keinen Sprit mehr durchlassen, der Motor lässt sich folglich nicht mehr starten. Um das zu verhindern, wird daher in den Wintermonaten der Anteil an Paraffin im Treibstoff reduziert, für den Verbraucher macht dies keinen Unterschied.

Die Dieselpest

Von der sogenannten Dieselpest ist seit 2007 die Rede, in diesem Jahr wurde eine Biotreibstoffquote für die Herstellung von Diesel eingeführt, die bestimmt, dass sieben Prozent des Diesels aus Biokraftstoffen gewonnen werden muss. Wenig förderlich für Diesel ist hierbei vor allem der Zusatz von Wasser, der die Dieselpest nicht unwesentlich begünstigt. Im Zuge dieser bilden Pilze eine schwarze Schicht auf der Oberfläche des Treibstoffs, gebildete Bakterien wiederum lagern sich als homogene Masse innerhalb von Tank und Filter ab. Durch dieses chemische Phänomen entsteht biologischer Schlamm, der gemeinhin als Dieselpest angegeben wird. Dieser führt in weiterer Folge zu Verstopfungen der Leitungen, wodurch der Treibstofffluss in Richtung Motor erschwert wird oder schlimmstenfalls ganz zum Erliegen kommt. Häufig entsteht die Dieselpest in Gerätschaften, die im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung zur Bewirtschaftung, etwa von Weideflächen, genutzt werden. In den Wintermonaten stehen diese Still und bei einer etwaigen Nutzung im Frühjahr könnte der Diesel bereits unbrauchbar geworden sein.

Fazit

Ein Verfallsdatum wie etwa bei Lebensmitteln kann für Diesel nicht bestimmt werden, hierfür müssten eine Vielzahl an Faktoren berücksichtigt werden, die realistischer Weise auf den Zeitpunkt des Verfalls einwirken. Jedoch gilt als Richtwert, dass die Lagerung innerhalb von Fahrzeugen keinesfalls mehr als sechs Monate betragen werden soll, für eine längere Lagerung ist ein luftdichter Behälter, der nach Möglichkeit zudem keine direkte Sonneneinstrahlung erhält, empfohlen. Allerdings spricht der Aspekt der Sicherheit klar gegen eine private Lagerung von Treibstoffen. So können schnell entzündliche Dämpfe aus den Behältern entweichen und für Mensch- und Umwelt eine Gefährdung darstellen. Aus diesem Grund sollte auch auf eine RKK-Zulassung von solchen Gefäßen Rücksicht genommen werden, zudem sollten gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsmaßnahmen besondere Beachtung geschenkt werden.

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